Stellungnahme zum AfD-Parteitag in Erfurt

Heute versprechen wir als Pfadfinder*innen, uns für den Frieden einzusetzen und wollen eine Welt hinterlassen, die besser ist, als wir sie vorgefunden haben. Diese Prinzipien kennen wir alle, die wir uns als Mitglieder dieser weltweiten Jugendbewegung verstehen. Und das erreichen wir dadurch, dass wir in unserer lokalen Umgebung aktiv werden und positive Veränderungen fördern.
Die Behauptung, die Pfadfinderei sei apolitisch, ist ehrlich gesagt eine veraltete Ausrede und ein Missverständnis von dem, was politisch zu sein bedeutet. Wir wollen die Freiheit jeder Person beschützen, sich ein eigenes Meinungsbild zu bilden und wollen Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu kritisch denkenden und mündigen Erwachsenen fördern. Wir verpflichten uns und unsere Mitglieder nicht dazu, eine politische Partei oder ein bestimmtes ideologisches Programm zu unterstützen.
Trotzdem und eben deswegen können wir aber auch nicht aufhören, für diese Freiheiten und für unsere gemeinsamen Werte einzustehen! Für uns bedeutet eine bessere Welt eine, die nachhaltiger, toleranter, vielfältiger, solidarischer und friedlicher ist, und wir wollen sie täglich mitgestalten. Wir sind politisch.
Heutzutage beobachten wir, wie Rechtsextremismus hier und weltweit versucht, die hart erkämpften Freiheiten der pluralistischen Gesellschaft rückgängig zu machen und wie Parteien wie die AfD durch die Verbreitung von Angst und Hass viele Leute und besonders die Jugend von ihrem einseitigen Weltbild überzeugen wollen. Dieses rechtsextreme Weltbild lässt sich nicht mit unserem Wertesystem vereinbaren! Und wir als BdP Landesverband Sachsen werden uns eindeutig und laut dagegenstellen!
Am Datum des NSDAP Reichsparteitags und der Gründung der Hitlerjugend, am 3. und 4. Juli vor genau 100 Jahren in Weimar, versammelt sich nun die AfD für ihren Parteitag in Erfurt. Wir werden nicht zulassen, dass totalitäre Strukturen und Menschenverachtung einfach so weiter verherrlicht und heruntergeredet werden!
Die Hitlerjugend diente der zwanghaften Indoktrinierung der Bevölkerung unter der NSDAP und für diese Zwecke missbrauchte und eignete sie sich viele der Strukturen, Methoden und Symbole der frühen pfadfinderischen und bündischen Jugendbewegungen an. Alle anderen Jugendverbände wurden verboten und eingegliedert. Die HJ war nur eine der vielen Machtstrukturen die eingesetzt wurden, um die totalitäre Diktatur der NSDAP aufrechtzuerhalten und ihren gnadenlosen Massen- und Völkermord durchzuführen.
Eine große Menge an Menschen aus unterschiedlichen Ecken und Hintergründen werden in Erfurt zusammenkommen, um in unterschiedlicher Weise Zusammenhalt und Zivilcourage zu zeigen und der AfD mit dem Weltbild, das sie vertritt, zu widerstehen. Als freiwillige Jugendleiter*innen und verantwortungstragende Menschen vom BdP Landesverband Sachsen (Stamm Feuerland, Stamm Leo, Stamm Fennek, Stamm Wilde Möhre, Stamm Ancalagon und Stamm Bankiva) schließen wir uns der angemeldeten Demonstration in Erfurt an und werden weiterhin sowohl für Vielfalt, Nachhaltigkeit und Menschenwürde, als auch gegen Rechtsextremismus aktiv sein und auf die Straße gehen.
Gut Pfad, Seid wach und bleibt solidarisch!
